Ein Traum, der Wirklichkeit wurde
In diesem Jahr feierte die Grundschule in Solarnia ihr 30-jähriges Bestehen. Das Jubiläum war Anlass für Erinnerungen, Dankesworte und die Feier der Leistungen der Schulgemeinschaft, die seit drei Jahrzehnten Generationen im Geist der Zweisprachigkeit und der Offenheit gegenüber deutscher und polnischer Kultur ausbildet.
1995 wurde auf einer Sitzung des Gemeindevorstandes der deutschen Minderheit in Reinschdorf der Antrag gestellt, in jeder Gemeinde der Oppelner Region eine zweisprachige Schule einzurichten. Dieser Antrag wurde vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Henryk Kroll eingebracht, und auf Initiative der Eltern gelangte der Plan zur Einrichtung einer zweisprachigen Schule an den Gemeindevorstand der deutschen Minderheit in Birawa.
Der Gemeinderat von Birawa nahm den Antrag an, und die Umsetzung wurde möglich dank der Unterstützung des damaligen Ratsvorsitzenden Joachim Niemann.
Foto: Szkoła Podstawowa w Solarni/ Grundschule in Solarnia– „Es war nicht einfach, aber es gab rechtliche Rahmenbedingungen, die die Gründung solcher Schulen ermöglichten“, erinnerte sich der inzwischen verstorbene Joachim Niemann anlässlich des 20-jährigen Schuljubiläums 2016. – „Die größte Herausforderung bestand darin, die Eltern davon zu überzeugen, ihre Kinder in die bilinguale Schule zu schicken. Die Befürchtungen vor Diskriminierung nach dem Schulabschluss überwogen oft die wahrgenommenen Vorteile des Deutschlernens.“
Foto: Szkoła Podstawowa w Solarni/ Grundschule in SolarniaAm 1. September 1996 wurde in Brzesetz (Brzeźce) die erste voll zweisprachige Grundschule der Woiwodschaft Oppeln eröffnet. Schulleiter wurde Dipl.-Ing. Jan Joszko. Von Beginn an zog die Schule Schüler aus der gesamten Gemeinde an, doch schnell entstand das Platzproblem im Gebäude der ehemaligen Schule in Brzeźce.
Umzug nach Solarnia
In den Jahren 1997–1998 wurde in Solarnia ein Kindergarten gebaut, aber aufgrund sinkender Kinderzahlen wurde das Projekt gestoppt. Die Gemeindeverwaltung, zusammen mit Joachim Niemann, entschied, das neu errichtete Gebäude in eine zweisprachige Schule umzuwandeln. Die Adaptierungsarbeiten wurden vom Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Breslau, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Warschau und der Gemeindeverwaltung Birawa finanziert.
Nach 30 Jahren bleibt die Grundschule in Solarnia ein Symbol für Zweisprachigkeit, polnisch-deutsche Zusammenarbeit und einen besonderen Ort für Kinder und Jugendliche in der Region.
Am 1. September 1999 wurde die Schule in das neue Gebäude in Solarnia verlegt, und Ilona Wochnik-Kukawska wurde zur Direktorin ernannt. Ein Jahr später, 2001, wurde das zweisprachige Gymnasium eröffnet, und im Dezember desselben Jahres wurden Grundschule und Gymnasium zum Zweisprachigen Schulzentrum Solarnia zusammengeführt. Ein weiterer Entwicklungsschritt war der Bau der Turnhalle, die im Schuljahr 2010/2011 dank der Unterstützung des Ministeriums für Körpererziehung und Sport in Warschau, des Marschallamtes in Oppeln und der Gemeindeverwaltung Birawa eröffnet wurde.
Ein neuer Name
In dreißig Jahren wuchs die Grundschule in Solarnia nicht nur umfangsmäßig und im Programmangebot, sondern erwarb auch Anerkennung in der lokalen Gemeinschaft und bei der deutschen Minderheit in der Region. 1997 erhielt die Schule den Namen Joseph von Eichendorff, und zur Namensverleihung kam der deutsche Vizekonsul Andreas Zimmer. In den folgenden Jahren entstand zudem eine Bildergalerie, die bedeutende Persönlichkeiten der Region und Absolventen der Schule würdigt.
Von Anfang an einzigartig
Die Schule war von Beginn an besonders durch den zweisprachigen Unterricht und die breite Unterstützung von Eltern, Sponsoren und lokalen Behörden. Die Zweisprachigkeit umfasst nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch Kultur, Geschichte und Unterrichtsfächer wie Geschichte, Musik, Mathematik, Technik sowie im Gymnasium Chemie und Biologie. Dieser Ansatz ermöglicht den Schülern die Entwicklung sprachlicher, sozialer und kultureller Kompetenzen und führt zu hohen Leistungen bei externen Prüfungen.
Foto: Szkoła Podstawowa w Solarni/ Grundschule in SolarniaAm 1. September 2022 übernahm Violetta Klimanek im Wege eines Wettbewerbs die Schulleitung und führt die Mission der Zweisprachigkeit sowie die Offenheit der Schule für neue Bildungs- und Kulturinitiativen fort.
– „Unser Stolz liegt nicht nur in den schulischen Ergebnissen, sondern auch in der Schulkultur und dem künstlerischen Leben“, betont Direktorin Violetta Klimanek.
Jubiläumsfeier
Die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Schule fand in einer besonderen, festlichen Atmosphäre statt. Anlässlich des Jubiläums wurde ein Weihnachtskonzert organisiert, das Schüler, Eltern, Lehrer und ehemalige Absolventen zusammenführte.
– „Das gemeinsame Singen der Weihnachtslieder schuf eine warme, emotionale Atmosphäre, die an die Kraft der Tradition und der schulischen Gemeinschaft erinnert“, sagte Direktorin Violetta Klimanek. – „Es war ein Abend voller Freude, Reflexion und echten weihnachtlichen Geistes, der die Generationen vereinte.“
Foto: Szkoła Podstawowa w Solarni/ Grundschule in SolarniaSeit ihrer Gründung ist die Schule in Solarnia ein Ort des Lernens und des gemeinschaftlichen Aufbaus sowie der Pflege von Traditionen. Im Schulkalender haben sich staatliche Feierlichkeiten, Wettbewerbe, Bildungsreisen, Familienfeste und Wohltätigkeitsaktionen fest etabliert.
– „Schule ist nicht nur Gebäude und Ausstattung, sondern vor allem die Menschen, die ihre Geschichte durch Engagement und Arbeit gestalten“, betont die Schulleitung.
Nach 30 Jahren bleibt die Grundschule in Solarnia ein Symbol für Zweisprachigkeit, polnisch-deutsche Zusammenarbeit und einen besonderen Ort für Kinder und Jugendliche in der Region. Ihr Jubiläum war nicht nur ein Fest der Vergangenheit, sondern auch eine Gelegenheit, in die Zukunft zu blicken und die Traditionen fortzuführen, die die lokale Gemeinschaft seit Jahren verbinden.
