Die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland lud am Sonntag „Laetare“ zum „Schlesischen Sommersingen“ in den Gemeindesaal der Pfarrei St. Hedwig in Bayreuth ein. Organisiert wurde die musikalische Veranstaltung, die noch vor einigen Jahren regelmäßig zum Kulturkalender in Bayreuth gehörte, dieses Jahr zum ersten Mal von der Stiftung Verbundenheit in Erinnerung an den traditionellen Brauch des Sommersingens in Schlesien.
Dabei richtete die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland neben dem gemeinsamen Musizieren den Blick auf die Situation der deutschen Muttersprache heute in Schlesien.
Der historische Brauch des „Summersunntich“

Fotos: Stiftung Verbundenheit
Der Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, Hartmut Koschyk, ging in seinem Grußwort auf den traditionellen Brauch des Sommersingens an „Laetare“ ein, der besonders in Schlesien gepflegt wurde. Am sogenannten „Summersunntich“ machten sich Jungen und Mädchen mit selbst gebastelten Sommerstecken, also Stielen mit Blumen und bunten Papierbändern als Verzierung, auf den Weg von Haus zu Haus und sangen den Sommer ein. Für ihren Gesang bekamen die Kinder von den Besitzern und Nachbarn kleine Gaben wie z.B. Süßigkeiten, Obst, Wurst oder Gebäck geschenkt.
Freue dich, Jerusalem: Die Bedeutung von Laetare

Fotos: Stiftung Verbundenheit
„Laetare“ ist der Name für den vierten Sonntag in der Fastenzeit, der in eben jener als Tag der Freude begangen wird. Der Begriff „Laetare“ stammt vom lateinischen Wort für „freuen“ ab und bezieht sich auf den ersten Satz des Eingangsverses dieses Sonntags „Laetare, Jerusalem“ („Freue dich, Jerusalem“). Der „Laetare“-Sonntag ist in der Fastenzeit eine Art Wendepunkt, die den Gläubigen eine Ermutigung gegeben soll, ihre Fastenpraxis zu reflektieren und sich auf die bevorstehenden Osterfeierlichkeiten vorzubereiten. Die liturgische Farben an diesem Sonntag sind rosa oder violett, was die Freude und Hoffnung symbolisiert.
Musikalisches Programm mit prominenten Gästen

Fotos: Stiftung Verbundenheit
Musikalisch setzte das „Schlesische Sommersingen“ auf das gemeinsame Spielen und Singen von bekannten Volksliedern, traditionellen Melodien und auch religiösen Liedern aus Schlesien. Als Gäste erwarteten die Anwesenden, unter denen zahlreiche Vertreter der Landsmannschaft Schlesien, der Landsmannschaft der Oberschlesier und der Sudetendeutschen Landsmannschaft waren, neben den Wiesenttaler Blechbläsern unter der Leitung von Harald Hirsch die schlesische Sängerin Karolina Trela.
Gaststar aus Schlesien: Karolina Trela begeistert
Sie ist hauptberuflich als Leiterin des Gebrüder-Grimm-Kindergartens in Leschnitz am Annaberg in Oberschlesien tätig. Mit ihren eigenen Liedern und einigen Coverversionen begeisterte die junge Sängerin vor mehr als 100 Zuschauern.
Einblicke: Deutsche Sprache und Kultur in Oberschlesien heute

Fotos: Stiftung Verbundenheit
Zwischen den von ihr dargebotenen Liedern sprach Karolina Trela über die derzeitige Lage der deutschen Muttersprache in Oberschlesien. Von der zweisprachigen Erziehung im Kindergarten und in der Schule, dem Gebrauch der deutschen Sprache im Alltagsleben und in den Familien bis hin zur Rolle der Musik beim Spracherwerb in der Deutschen Minderheit und die kommunalpolitische Aktivität für die Gemeinde Leschnitz / Leśnica und die Region erhielten die Zuschauer Einblicke in die deutsche Minderheit in Oberschlesien.
Positives Fazit und Teil einer größeren Projektreihe
Die Stiftung Verbundenheit freut sich über die zahlreich erschienenen Teilnehmer und den positiven Zuspruch über das Projekt, welches im Rahmen der Projektreihe der “Lieder der Heimat” der Stiftung Verbundenheit durchgeführt wurde.
Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland