Die Oberschlesische Tragödie ist eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Schlesiens. Jedes Jahr im Januar gedenken die Bewohner der Region dieser traumatischen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Einmarsch der Roten Armee und dem Vorgehen der Nachkriegsbehörden. Am Sonntag, dem 18. Januar, fanden in Gleiwitz feierliche Gedenkveranstaltungen zum 81. Jahrestag der Oberschlesischen Tragödie im Gleiwitzer Land statt.
Organisiert wurden die Feierlichkeiten vom Sozialkomitee zur Erinnerung an die Oberschlesische Tragödie 1945 des Gleiwitzer Landes sowie von der Woiwodschaft Schlesien.
„Während Europa das Kriegsende feierte und sich langsam aus den Trümmern erhob, begann auf unserem Boden die Hölle. In zahlreichen Nachkriegslagern litten Söhne und Töchter dieses Landes, unabhängig davon, ob sie sich als Deutsche, Polen oder Schlesier fühlten.“
Die Zeremonie bot Gelegenheit, den Opfern der dramatischen Ereignisse von 1945, Bewohnern der Region, die unter dem Einmarsch der Sowjetarmee, Repressionen und Massenverschleppungen in Arbeitslager gelitten hatten, zu gedenken.
Foto: Andrea PolanskiDie Feierlichkeiten begannen um 16.00 Uhr mit einer Kranzniederlegung am Denkmal für die Gleiwitzer Opfer von Krieg und Totalitarismus im Chopin-Park.
Foto: Andrea PolanskiUnter den versammelten Gästen befanden sich auch Vertreter der deutschen Minderheit, darunter Martin Lippa, Vorsitzender der SKGD in der Woiwodschaft Schlesien, sowie Agnieszka Dłociok, Mitglied des Woiwodschaftsvorstands und Vorsitzende der deutschen Minderheit im Landkreis Gleiwitz. In ihrer Rede betonte sie nicht nur die Bedeutung des historischen Gedenkens, sondern teilte auch persönliche Erinnerungen daran, wie die Tragödie ihre Familie getroffen hatte:
Foto: Andrea Polanski„Es gibt Situationen, in denen wir Seite an Seite gehen, so wie jetzt, um der Opfer einer Tragödie zu gedenken, die in unserer Heimat im frostigen Januar 1945 begann, als Schlesien ‚befreit‘ wurde. Wir sollten darüber nachdenken, was wir unter diesem Begriff verstehen. Seine Bedeutung spiegelt sicherlich nicht wider, was damals in unseren Städten und Dörfern geschah. Auch mein Opa wurde befreit, mit einem Schuss in den Bauch. Während Europa das Kriegsende feierte und sich langsam aus den Trümmern erhob, begann auf unserem Boden die Hölle. In zahlreichen Nachkriegslagern litten Söhne und Töchter dieses Landes, unabhängig davon, ob sie sich als Deutsche, Polen oder Schlesier fühlten.“
Niedergelegte Kränze am Denkmal für die Gleiwitzer Opfer von Krieg und Totalitarismus im Chopin-Park. Agnieszka Dłociok sprach im Namen der deutschen Minderheit. Foto: Andrea PolanskiUm 17.00 Uhr wurde in der Kathedrale von Gleiwitz eine feierliche Messe für alle Opfer der Oberschlesischen Tragödie abgehalten.
Foto: Andrea PolanskiDie Gedenkfeierlichkeiten gipfelten in der Theateraufführung „Musza Wōm coś pedzieć“ (Ich muss euch etwas sagen) im Bildungszentrum St. Johannes Paul II. Das Stück zeigte auf bewegende Weise das Schicksal der Schlesier. Es wurde von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften des Schul- und Vorschulkomplexes Nr. 13 in Gleiwitz vorbereitet und aufgeführt.









