Glosse: Das Flammenspiel

wochenblatt.pl 13 godzin temu
Zdjęcie: Lagerfeuer Foto: Anna Durecka


Ich liebe Lagerfeuer. Ich könnte stundenlang am Feuer sitzen und dem Tanz der Flammen zuschauen. Feuer ist faszinierend. Im Inneren unseres Herzens sind wir alle unerfüllte Brandstifter, zumindest ein bisschen.

Lagerfeuer im Januar ist magisch. Foto: Anna Durecka

Das Feuer am Leben zu halten ist schließlich ein uralter Imperativ der Menschheit, ein Bedürfnis, dem wir uns auch heute nicht entziehen können. Ohne Feuer hätten unsere Ahnen den Winter nicht überlebt. Ohne Feuer gab es kein Essen, keine Wärme, kein Licht und keinen Schutz vor der Wildnis.

Und während die Männer auf dem Feld, auf der Jagd oder bei der Arbeit waren, gehörte es noch vor Jahrhunderten zu den wichtigsten Aufgaben der Frau, das Feuer vor dem Erlöschen zu bewahren. Sie musste regelmäßig Holz ins Feuer nachlegen. Anstatt es jedes Mal neu zu entfachen, ließ sie die Glut unter einer Schicht aus Asche „schlafen“ und weckte sie morgens wieder auf. Sie fügte trockenes Gras, Heu oder Moos hinzu und ließ das Feuer erneut aufleben. Im Laufe des Tages beobachtete und kontrollierte die Frau das Feuer.

Hestia, die Göttin des Herdfeuers.

Hat also die Faszination für Feuer rein evolutionäre Gründe? Oder ist es einfach das hypnotische Spiel der Flammen, das die Vorstellungskraft anregt und für innere Ruhe, Geborgenheit und Gelassenheit sorgt? Das weiß ich auch nicht.

Was ich aber weiß: Ein Lagerfeuer im Januar, wenn der Tag immer noch viel zu schnell der Nacht Platz machen muss, ist magisch. Es spendet Wärme und Hoffnung, dass das Licht schon bald für mehrere Monate die Dunkelheit besiegt.

Macht also in den nächsten Tagen ein wundervolles Lagerfeuer! Oder zündet zumindest ein paar Kerzen gegen die Neujahrsdunkelheit an.

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