Kommentar: Zwei Seiten der Medaille der Erinnerung

wochenblatt.pl 1 godzina temu
Zdjęcie: Foto: Daniel Bernard/Unsplash


Obwohl seit diesen Ereignissen bereits 81 Jahre vergangen sind, bleibt die Erinnerung daran lebendig. Und dank solcher Orte und Menschen, die darüber sprechen wollen, ist sie nicht zum Vergessen verurteilt.

Man muss jedoch bedenken, dass die Erinnerung sehr oft nach dem Prinzip „unseres” Leids geordnet ist. Es ist ganz natürlich, dass wir uns an unsere schlesischen Vorfahren erinnern, die Gewalt, Lager, Zwangsarbeit und Deportationen erlebt haben. Aber eine ehrliche Erinnerung erfordert mehr. Man darf nicht vergessen, dass vor 1945 auf diesem Boden ein „normales Leben” stattfand, während gleichzeitig ein System des Terrors existierte, dessen Opfer Juden, Polen und Menschen anderer Nationalitäten und Weltanschauungen waren. Rosengarten ist eines von vielen Beispielen für einen Ort, an dem Menschen gefoltert und getötet wurden. Die Schlesier, diese „normalen Menschen”, wussten, was um sie herum geschah, denn fast in jeder größeren Ortschaft gab es Lager.

Heute, acht Jahrzehnte nach dem Krieg, fällt es leichter zu sagen, dass unsere Vorfahren halfen, so gut sie konnten. Schwieriger ist es zuzugeben, dass viele schwiegen und einige das Funktionieren der Lager unterstützten und davon profitierten. Allzu leicht geraten auch Personen wie Oswald Kaduk in Vergessenheit, ein Schlesier aus Königshütte (Chorzów) mit den Spitznamen „Teufel” und „Pufftata”, Mitglied der Besatzung des KZ Auschwitz-Birkenau und SS-Oberscharführer. Kaduk entschied sich bewusst für diesen Weg und trat freiwillig in die SS ein. Er war einer der brutalsten SS-Männer, bekannt für seine Grausamkeit, insbesondere unter Alkoholeinfluss. Er war an Hinrichtungen und an der Ermordung von Juden in den Gaskammern von Birkenau beteiligt. Er wurde in einem Prozess vor dem Gericht in Frankfurt am Main zu lebenslanger Haft verurteilt.

Deshalb darf sich die Erinnerung an das Jahr 1945 nicht nur auf das Martyrium der Schlesier beschränken. Die Gewalt, die sie nach dem Krieg erlitten haben, hebt die Verantwortung und Verstrickungen vor 1945 nicht auf. Die Geschichte dieses Landes ist nicht schwarz-weiß. Es sind zwei Seiten derselben Medaille, über die man gemeinsam sprechen muss, wenn die Erinnerung ehrlich sein soll.

Myslowitz, wo der Terror die Farben (Schwarz,) Weiß und Rot trug

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