Regionalfinale der Deutscholympiade in Oppeln
An der Germanistikfakultät der Universität Oppeln fand das Finale der Regionalstufe der Deutscholympiade statt. Am mündlichen Teil nahmen 23 Schüler teil. Alle hatten im schriftlichen Teil mindestens 85 von 100 Punkten erreicht. Qualifiziert hatten sich 49 Personen aus 18 Schulen aus der gesamten Region.
„Wir freuen uns, dass in den letzten Jahren sowohl die Zahl der Schüler, die sich für das Regionalfinale qualifizieren, als auch die Zahl der Schulen stabil geblieben ist“, sagt Prof. Daniela Pelka, Sekretärin des Regionalkomitees der Deutscholympiade in der Woiwodschaft Oppeln. „Der schriftliche Teil der Regionalstufe findet in den Schulen statt. Unsere Mitarbeiter prüfen die von den Schulen eingesandten Arbeiten. Im mündlichen Teil des Finales stellen sich die Teilnehmer drei Kommissionen, präsentieren einen Beitrag zum Alltagsleben und diskutieren ihre Lektüre ausgewählter Bücher aus der Zeit vor und nach 1945. Außerdem präsentieren sie auf Deutsch Themen aus den Bereichen Geschichte, Geografie, Politik, Kultur und gesellschaftliches Leben im deutschen Sprachraum. Man muss sowohl gut Deutsch können als auch sich in der Welt auskennen.“
Schüler teilen ihre Erfahrungen
„Ich besuche eine zweisprachige Klasse mit Deutsch, daher ist diese Sprache ein wichtiger Teil meines Schulalltags“, sagt Juliana Zmarzły aus Przywor, Schülerin des Staatlichen Lyzeums (PLO) Nr. II in Oppeln. „Ich habe bereits letztes Jahr teilgenommen und bin Finalistin der gesamtpolnischen Olympiade geworden. Ich habe beschlossen, es dieses Jahr wieder zu versuchen. Es lohnt sich, Fremdsprachen zu lernen, und Deutsch ist – besonders in unserer Region – auf jeden Fall nützlich. Aber der Wettbewerb ist schwierig, weil man wirklich viel Stoff beherrschen muss.“
Die nationale Stufe der Deutscholympiade findet wie jedes Jahr vom 27. bis 29. März in Posen statt.
Jakob Polaczek kommt aus der Schimischow-Siedlung. Er besucht das Lyzeum (LO) in Groß Strehlitz. „Man muss sich gründlich in Grammatik vorbereiten und viel lesen“, sagt er auf die Frage nach seinem Weg ins Finale. „Ich bin in Deutschland geboren, habe aber mein ganzes Leben in Polen verbracht. Ich war anderthalb Jahre alt, als wir zurückkamen. Meine Großeltern leben dort. Wir besuchen sie und sprechen Deutsch. Ich engagiere mich auch in der deutschen Minderheit und nehme an verschiedenen Projekten teil. Im Februar werde ich mich an der BJDM-Aktion ‚Großes Schlittern‘ beteiligen.“
„Ein Olympiateilnehmer kann nicht allein im Unterricht vorbereitet werden“, betont Artur Gołdyn, Jakobs Lehrer. „Das erfordert Bereitschaft und zusätzliche Arbeit auf beiden Seiten. Der Schüler erledigt den größten Teil zu Hause. Der Lehrer kann Materialien und Hinweise geben, aber der Schüler muss sich engagieren und stundenlang arbeiten. Leider verliert Deutsch in vielen Schulen, auch in unserer, als zweite Sprache neben Englisch immer häufiger gegenüber Spanisch.“
Fließende Sprachkenntnisse
Sylwia Pieczyk, Deutschlehrerin am 1. Lyzeum in Kandrzin-Cosel, fügt hinzu: „Die Schüler, die an der Olympiade teilnehmen, stammen oft aus Minderheitenfamilien, aber es sind auch solche dabei, die in Deutschland geboren sind und dort zur Schule gegangen sind. Das hilft sehr. Natürlich müssen sie ihre Grammatik verbessern, aber in der Regel bringen sie fließende Sprachkenntnisse mit. Und das ist bei diesem Wettbewerb sehr wichtig. Ich habe selbst solche Erfahrungen aus meiner Kindheit gemacht – ich kannte die deutsche Grammatik nicht, aber ich konnte sprechen. Grammatik kann man immer noch lernen.
„Es lohnt sich, junge Menschen zu ermutigen, ihre Leidenschaften zu entwickeln und ihre Sprachkenntnisse, die sie von zu Hause und durch Kontakte zu Verwandten in Deutschland mitbringen, zu erweitern“, versichert Eliza Duda, Germanistin am 3. Lyzeum in Oppeln. „Aber bei der Olympiade geht es auch um Literatur, Geschichte, Politik, Kultur usw. Und das ist die Aufgabe des Lehrers. Trotz der aktuellen Mode für Spanisch gelingt es uns jedes Jahr, Perlen unter den Schülern mit Deutschkenntnissen zu finden.“
Finale und Preisträger
Auf dem Podium des Regionalfinales standen:
- Maria Bartek, PLO Nr. 8 in Oppeln (Lehrerin: Monika Borowiecka) – 30 Punkte
- Adrian Piechulik, 1. LO in Kandrzin-Cosel (Lehrerin: Sylwia Pieczyk) – 29,9 Punkte
- Oliwia Sobolewska, PLO Nr. 2 mit bilingualen Klassen in Oppeln (Lehrerinnen: Karina Sawulska, Daniela Ploch) – 29,4 Punkte
„Ich bin total geschockt“, gibt Maria Bartek zu. „Ich habe mich gründlich vorbereitet und die Notizen meiner Schwester Emilie genutzt, die vor mir an der Olympiade teilgenommen hat. Das hat mir geholfen. Letztes Jahr war ich bereits Preisträgerin auf nationaler Stufe. Diese Erfahrung hat mir in diesem Jahr Selbstvertrauen gegeben. Im Finale wurde ich unter anderem zum Roman ‚Effi Briest‘ von Theodor Fontane befragt. Die Protagonistin ist in meinem Alter und wird gegen ihren Willen verheiratet. Der Erfolg im letzten Jahr hat mir bereits die Tür zum Studium der Germanistik geöffnet, aber ich denke eher über ein Medizinstudium nach. Deutsch wird mir so oder so nützlich sein.“
Die nationale Stufe der Deutscholympiade findet wie jedes Jahr vom 27. bis 29. März in Posen statt.
Krzysztof Ogiolda
Wochenzeitschrift „O!Polska“












