Radsport: Die zerbrochenen Träume des herausragenden Radrennfahrers Joachim Halupczok
Am 5. Februar 2026, jährt sich zum 32. Mal der Todestag von Joachim Halupczok – einem herausragenden Radrennfahrer, der im Alter von nur 26 Jahren verstorben ist. Der am 3. Juni 1968 in Tempelhof/Niwki (Gemeinde Chronstau) geborene Sportler war unter anderem Vize-Olympiasieger sowie Weltmeister und Vize-Weltmeister. Radsport-Experten waren der Meinung, dass er das Potenzial für noch größere Erfolge hatte, doch bereits im Alter von 24 Jahren musste er sich von seinen Träumen weiterer Triumphe verabschieden und zwei Jahre später verstarb er.
Joachim Halupczok zeigte von den ersten Tagen seines Radsporttrainings an überdurchschnittliche körperliche Leistungsfähigkeit und Talent. Als Teenager dominierte er bereits in den Juniorenkategorien. 1987 gewann er drei Goldmedaillen bei der polnischen Radsportmeisterschaft – im Straßenrennen, im Bahnrennen und im Crossrennen. Dadurch wurde er 1988 in die polnische Nationalmannschaft für die Olympischen Sommerspiele in Seoul berufen. Er war damals erst 20 Jahre alt, und es fehlte ihm an Erfahrung bei so prestigeträchtigen Veranstaltungen. Trotzdem lastete ein enormer Druck auf ihm, denn mit seinem Start in Seoul waren große Hoffnungen verbunden, insbesondere im Mannschaftsrennen. In dieser Radsportdisziplin galt die polnische Mannschaft damals als einer der Favoriten und hatte eine großartige Tradition – zwei Silbermedaillen bei den Olympischen Spielen 1972 in München und 1976 in Montreal.
Der König von Chambéry
Trotz des enormen Drucks meisterte Joachim Halupczok seine Aufgabe. Unter seiner Führung gewann Polen in Seoul die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen und unterlag nur der DDR-Mannschaft um 7 Sekunden. Der Erfolg motivierte ihn zu noch härterer Arbeit, die er ein Jahr später, nach den Olympischen Spielen in Korea, in weitere Triumphe umsetzte. Zunächst gewann er die polnische Meisterschaft und dann bei der WM im französischen Chambéry die Silbermedaille im Mannschaftsrennen, während die Radsportler aus der DDR erneut Weltmeister wurden.
Pomnik Joachima Halupczoka w NiwkachFoto: Adaś17 / Wikipedia
Drei Tage nach diesen Emotionen fand das Einzelrennen der Amateure mit Massenstart statt, bei dem sich Joachim Halupczok als der Beste erwies. Viele Experten sahen ihn unter den Favoriten, aber was der 21-jährige Radfahrer vom LKS Ziemia Opolska zeigte, übertraf alle Erwartungen. Er gewann mit Bravour auf einer außergewöhnlich schwierigen Strecke, auf der er seine Konkurrenten regelrecht deklassierte. Im Ziel hatte er fast drei Minuten Vorsprung vor seinen erfolglos hinter ihm herfahrenden Mitbewerbern.
Profi-Radsport und Herzrhythmusstörungen
Ein Jahr nach seinem Triumph bei der Amateur-WM unterzeichnete Joachim Halupczok einen Profivertrag bei der Mannschaft Diana Colnago Animex. Nicht alle hielten dies für einen guten Zeitpunkt für einen solchen Schritt. Viele polnische Trainer waren gegen seinen Wechsel zum Profisport. Er war gerade einmal 21 Jahre alt, und niemand sorgte für eine angemessene Betreuung. Damals gab es noch nicht das, was heute die Norm ist – die behutsame Einführung junger Fahrer in den Profibereich, wobei ihre Belastung schrittweise gesteigert wird. Joachim hat das nicht erlebt. Man überließ ihn sich selbst und belastete ihn mit der Pflicht, immer in Bestform zu sein und die höchsten Lorbeeren zu erringen. Aus der Perspektive der Jahre kann man sagen, dass er dafür noch nicht ganz bereit war.
Joachim Halupczok starb am 5. Februar 1994 im Alter von nur 26 Jahren.
Im Herbst desselben Jahres wurde bei ihm bei einer Routineuntersuchung eine Herzrhythmusstörung festgestellt. Aufgrund dieser Diagnose fuhr er ein Jahr lang kein Rad, sondern konzentrierte sich ausschließlich auf seine Behandlung. Nach dieser Pause schien alles wieder normal zu sein. Er fuhr wieder als Profi, und man ging davon aus, dass er jeden Moment in der Lage sein würde, um die größten Titel zu kämpfen.
Das Ende des Märchens
Stattdessen kehrte die Krankheit mit doppelter Kraft zurück. 1992 musste Joachim Halupczok seine Karriere beenden. Seine schönen Träume, die er erfolgreich verwirklicht hatte, wurden zerbrochen. Er wurde Vize-Olympiasieger, Weltmeister und Vize-Weltmeister, wurde Profi und begann, viel Geld zu verdienen. Seine Karriere war wie ein Märchen, aber das Märchen endete, als gesundheitliche Probleme auftraten. Er hatte sein ganzes Leben dem Sport gewidmet und konnte sich nicht vorstellen, plötzlich damit aufzuhören. Also beschloss er, als Amateur aktiv zu bleiben – unter anderem spielte er mit Freunden Fußball.
Leider ging er am 5. Februar 1994 im Alter von 26 Jahren von uns. Er sollte als Torwart bei einem Hallenturnier in Oppeln antreten, brach jedoch während des Aufwärmens unerwartet zusammen. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen starb er auf dem Weg ins Krankenhaus.
Halupczok wurde geehrt
Seine Freunde und Kollegen konnten es nicht glauben. Andrzej Sypytkowski, einer von Halupczoks Freunden in der Nationalmannschaft, betonte, dass er ein großartiger, ehrlicher und bescheidener Mensch war, der sich der Schwere seiner Krankheit nicht bewusst war. Achim meinte, dass er, wenn der Arzt ihm die Rückkehr in den Profisport verbieten würde, mit Amateuren wettfahren würde – die Kraft seiner Leidenschaft war stärker als die Angst vor dem Tod.
Bis heute betrachten ihn viele Radfahrer als einen echten „Fighter der Straße“. In Tempelhof wurde zu seinen Ehren eine Bronzestatue errichtet, und seit 1994 trägt die höchste Bergwertung der Tour de Pologne seinen Namen. Der Stadtrat von Oppeln beschloss außerdem, dass die Fahrradbrücke über den Flugkanal in Oppeln nach ihm benannt werden soll. Schön, aber traurig, dass er nicht mehr unter uns ist…
