Tradition trifft Zukunft: Schüler schreiben Geschichte über die deutsch-bilinguale „Dwójka“

wochenblatt.pl 1 godzina temu
Zdjęcie: Schülerinnen und Schüler des II. Lyzeums „Maria Konopnicka“ in Oppeln haben ein Buch über die Geschichte ihrer Schule geschrieben. Foto: privat


Anlässlich des 80-jährigen Bestehens (1945–2025) des II. Lyzeums „Maria Konopnicka“ in Oppeln haben sechs engagierte Schüler, Wiktoria Barucha, Amelia Twardowska, Olivia Brejwo, Maria Buba, Maksymilian Kansy und Liwia Pszczyńska, eine monumentale Publikation mit dem Titel „Byli, są i będą…“ (Sie waren, sind und werden sein…) geschaffen.

Ein Mammutprojekt aus Schülerhand

Was als einfache Hausaufgabe im Geschichtsunterricht begann, entwickelte sich zu einem einjährigen Forschungsprojekt. Unter der Leitung von Wiktoria Barucha tauchten die Schüler tief in die Archive ein und führten Dutzende Gespräche.

Wiktoria Barucha, Amelia Twardowska, Olivia Brejwo, Maria Buba, Maksymilian Kansy und Liwia Pszczyńska haben gemeinsam die Publikation über ihre Schule erstellt.
Foto: privat

„Eigentlich war Wiktoria diejenige, die die erste Idee hatte“, erinnert sich Amelia Twardowska (Klasse 3G). Für sie und ihre Mitschüler aus dem mathematisch-geografischen Profil war die Arbeit eine willkommene Abwechslung: „Das Schreiben dieser Publikation war eine angenehme humanistische Flucht aus unserem schulischen Alltag.“

Das Herzstück: die deutsche Zweisprachigkeit

Ein zentrales Kapitel des Buches widmet sich der Zweisprachigkeit. Das Lyzeum blickt auf eine stolze Tradition zurück, die 1994 mit der ersten bilingualen Deutschklasse begann, eine Reaktion auf den Besuch von Helmut Kohl und den wachsenden Stellenwert der deutschen Sprache in der Region Oppeln.

„Aktuell unterrichten bei uns 37 Lehrer, die selbst Absolventen des zweiten Lyzeums sind. Diese Verbindung von früher und heute ist in dem Buch wunderbar festgehalten.“
Karina Sawulska, Vize-Direktorin des II. Lyzeums „Maria Konopnicka“ in Oppeln

Besonders hervorzuheben ist die Ära des zweisprachigen Gymnasiums Nr. 10 (1999–2019), das bis zur Schulreform ein integraler Bestandteil des Gebäudes war. Maria Buba betont die Vollständigkeit der Recherche: „Unsere Publikation ist zweigeteilt. Im Anhang haben wir akribisch alle Absolventen seit 2010 und die Lehrer der letzten 15 Jahre aufgelistet, auch die des ehemaligen zweisprachigen Gymnasiums.“

Wiktoria Barucha ergänzt zur Bedeutung der Kontinuität: „Wir haben Quellen erschlossen, von denen wir vorher gar nichts wussten. Wir wissen jetzt über die Schule wahrscheinlich mehr als jeder andere Schüler.“

Interviews und lebendige Erinnerungen

Die Autoren führten zahlreiche Interviews, insbesondere mit Lehrkräften, die früher selbst Schüler der „Dwójka“ waren. Wiktoria Barucha erklärt: „Wir wollten, dass diese wichtigen Traditionen, wie etwa die legendären Benefizkonzerte, die Frau Maria Romanowska ins Leben gerufen hat, als wir den Direktor Iszczuk hatten, nicht in Vergessenheit geraten.“

Schülerinnen und Schüler des II. Lyzeums „Maria Konopnicka“ in Oppeln haben ein Buch über die Geschichte ihrer Schule geschrieben.
Foto: privat

Die Arbeit war intensiv. Oliwia Brejwo berichtet von den Herausforderungen: „Unsere Montagstreffen um 15.00 Uhr waren oft anstrengend, aber auch sehr schön. Wir saßen bei Kaffee zusammen, hörten Interviews ab und sind als Gruppe von Freunden eng zusammengewachsen.“

Für Amelia Twardowska war die Vorbereitung auf die Gespräche der Schlüssel zum Erfolg: „Wir mussten jede Frage individuell an den Gesprächspartner anpassen, je nachdem, welche Funktion die Person an der Schule hatte, um so viel wie möglich aus der Geschichte herauszuholen.“

Ein Denkmal für die Zweisprachigkeit: das Fazit der Vize-Direktorin

Vize-Direktorin und Deutschlehrerin Karina Sawulska, die das Projekt begleitete, zeigt sich sichtlich stolz auf das Endergebnis. Für sie ist das Buch ein wichtiger Beweis für die deutsch-bilinguale Identität der „Dwójka“.

Das Buch trägt den Titel „Byli, są i będą…“ (Sie waren, sind und werden sein…).
Foto: privat

„Nach über einem Jahr hat es endlich geklappt. Das, was entstanden ist, ist so groß und breit, dass ein Jahr eigentlich gar keine lange Zeit war. Das Werk ist mehr als eine Chronik, es ist eine Liebeserklärung an die Identität einer Schule, die seit Jahren als Leuchtturm der Zweisprachigkeit in der Region gilt“, stellt Karina Sawulska fest. Sie betont, dass das Buch die Brücke zwischen der Geschichte der Zweisprachigkeit und der Gegenwart schlägt: „Es ist ein schönes Werk, das auch die Geschichte unseres zweisprachigen Gymnasiums Nummer 10 und die 32-jährige Tradition der Zweisprachigkeit dokumentiert, die 1994 am Lyzeum mit Deutsch begann.“

Besonders beeindruckt zeigt sich Sawulska von der Tatsache, dass das Buch die personelle Kontinuität der Schule belegt: „Aktuell unterrichten bei uns 37 Lehrer, die selbst Absolventen des zweiten Lyzeums sind. Diese Verbindung von früher und heute ist in dem Buch wunderbar festgehalten.“ Dank der Initiative der Schüler ist ein Werk entstanden, das die deutsch-polnische Bildungsgeschichte in Oppeln für künftige Generationen bewahrt.

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