Zeit für Fehler ist vorbei

wochenblatt.pl 1 godzina temu
Zdjęcie: Juri Knorr gehört zu den besten Spielern der deutschen Nationalmannschaft und des gesamten Turniers. Foto: Swen Mandel/Wikipedia


Handball-Europameisterschaft

Vor der Europameisterschaft hatten die deutschen Fans auf eine Medaille gehofft, doch jeder wusste genau, dass die EM eines der schwierigsten internationalen Turniere ist. Es gibt hier keine schwachen Gegner, und die Aufstiegsregeln sind gnadenlos. Deshalb ist es umso wichtiger, dumme Fehler zu vermeiden – und genau solche hat „Die Mannschaft“ bereits gemacht. Zum Glück ohne gravierende Folgen.

Nach der Auslosung der Vorrunde schien das letzte Spiel gegen Spanien über den Aufstieg als Gruppensieger zu entscheiden. Das erste Spiel gegen das immer gefährliche Österreich bestätigte diesen Eindruck. Das Match verlief unter Kontrolle von „Die Adler“ und endete mit einem klaren Sieg. Nach dem Abpfiff konnte man nur einige Defensivaktionen und die Offensivleistung des Teams würdigen. Ebenso sollte es im Spiel gegen Serbien weitergehen, das die „Aufwärmphase“ im Turnier beenden sollte. Die erste Halbzeit bestätigte alle Erwartungen: Deutschland spielte schnell und sicher, und bei etwas mehr Abschlusspräzision hätte der Gegner klar besiegt werden können.

„Wir können viel besser spielen. Vor allem unser schnelles Spiel verschaffte uns die Führung. Einige Tore fielen nach schnellen Gegenstößen und zweiten Wellen – das machte den Unterschied“, sagte in der Pause Miro Schluroff, der vier Tore erzielte.

„Wo wollen wir hin?“

Das war wohl das beste Element dieses (und nicht nur dieses) Spiels. Der 25-Jährige vom VfL Gummersbach ist die Entdeckung dieses Turniers. Doch selbst er konnte die Tragödie in der zweiten Halbzeit nicht verhindern. Unglaubliche Chancenlosigkeit im Angriff, keine Ideen zur Spieländerung – das führte dazu, dass Serbien nicht nur aufholte, sondern Deutschland sogar davonziehen konnte.

„Es ärgert mich, wie wir angreifen. Wir sind so unkreativ und ohne Lösungen im Angriff, ohne Spielfluss. Ich schaue das Spiel und frage mich: Wo wollen wir hin? Was ist der Plan? Selbst der Busfahrer und der Physiotherapeut hätten heute auf den Flügeln stehen können – kein Ball kam zu ihnen. Die zweite Halbzeit war einfach katastrophal“, kommentierte der ehemalige Nationalspieler Stefan Kretzschmar.

Letztlich hatte dieser Patzer keine Folgen: Deutschland besiegte Spanien, unterstützt durch die Gegner. Österreich bewahrte den Sportsgeist und besiegte Serbien, obwohl der Aufstieg unmöglich schien. Das erlaubte „Die Adler“, als Gruppensieger in die Hauptrunde zu ziehen und den Sieg gegen Spanien mitzunehmen.

Wieder zu stark

Doch hier endete das Glück: Die Hauptrundengruppe ließ die Fans erschrecken. Gegner waren Dänemark – Welt- und Olympiasieger, Portugal – Halbfinalist der letzten WM, Frankreich – Europameister, Norwegen – einer der Gastgeber.

„Portugal, Norwegen, Dänemark, Frankreich: Viele nennen das die ‚Todesgruppe‘, aber meiner Meinung nach ist das untertrieben. Jedes kommende Spiel könnte problemlos ein Finale sein“, fasste der ehemalige DHB-Vize und Trainer Italiens, Bob Hanning, zusammen.

Die ersten beiden Spiele verliefen ideal für die deutsche Mannschaft. Gegen Portugal dominierte Miro Schluroff im Angriff, gegen Norwegen „erwachte“ Marko Grgić. Doch am wichtigsten war Andreas Wolff, der erneut bewies, dass er einer der besten Torhüter der Welt ist. „Er rettet uns ständig den Hintern“, kommentierte kurz Spielmacher Nils Lichtlein.

Klar war, dass die letzten beiden Spiele entscheidend sein würden – insbesondere gegen Dänemark, die überraschend gegen Portugal verloren hatten, sich aber gegen Deutschland revanchierten. David Späth, der überraschend von Anfang an im Tor stand, tat, was er konnte. In der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten hielt er das Team im Spiel. Doch ab der 40. Minute erhöhte Dänemark das Tempo, einige Fehler Deutschlands und die Stagnation im Angriff führten dazu, dass die Gegner mit dem Sieg vom Platz gingen.

Das Match gegen Frankreich war entscheidend. Deutschland lieferte sein bestes Turnierspiel. Juri Knorr, der zuvor wenig eingesetzt wurde, spielte sensationell. Am Ende gab es keine Zweifel, wer in diesem Spiel überlegen war.

Kritische Tests?

Trotz des Einzugs ins Halbfinale und einiger starker Leistungen bleibt in den deutschen Medien Kritik an Bundestrainer Alfreð Gíslason. Mehrfach ging er nicht nachvollziehbare Risiken ein, vor allem die Torhüteraufstellung war umstritten. Zwar spielte David Späth gut, doch Andreas Wolff zeigte, dass man auf ihn bauen kann. Gegen Dänemark setzte der Trainer auf einen 23-Jährigen von Rhein-Neckar Löwen, verzichtete zudem auf zwei Stammflügel – Ersatzspieler waren Mathis Häseler und Matthes Langhoff. Die Flügel blieben schwach. Juris Knorr Spielzeit wurde ebenfalls eingeschränkt, doch gegen Frankreich erzielte er zehn Tore und führte das Team zu einem der besten Turnierauftritte.

„Wenn man in den letzten zwei, drei Spielen so spielt wie ich, kann man nicht zufrieden sein. Ich hatte Glück, dass es heute vorbei ist“, kommentierte Knorr nach dem Spiel. Trainer Gíslason zeigt Ruhe, erklärt seine Entscheidungen und betont die großartige Teamstimmung: „Die Jungs sind motiviert und konzentriert. Wir alle. Ich muss kein Chaos machen, um sie auf Kurs zu bringen“, sagte der 66-Jährige vor dem Halbfinale.

Turnierübersicht Deutschland EM 2026

Vorrunde
15. Januar, Do Deutschland – Österreich 30:27 (12:8)
17. Januar, Sa Serbien – Deutschland 30:27 (13:17)
19. Januar, Mo Deutschland – Spanien 34:32 (17:15)
Hauptrunde
22. Januar, Do Deutschland – Portugal 32:30 (11:11)
24. Januar, Sa Deutschland – Norwegen 30:28 (15:17)
26. Januar, Mo Dänemark – Deutschland 31:26 (13:12)
28. Januar, Mi Deutschland – Frankreich 38:34 (19:15)
Halbfinale
30. Januar, Fr Deutschland – Kroatien
Finale /

Spiel um Platz 3

1. Februar, So
Idź do oryginalnego materiału