Deutschlands Wirtschaft 2026

wochenblatt.pl 2 godzin temu
Zdjęcie: Deutschland, die größte Volkswirtschaft der EU, konnte eine Rezession vermeiden und verzeichnete ein Wachstum von 0,2 Prozent. Foto: Mylius/Wikipedia


Kaum Aufschwung in Sicht

Das vergangene Jahr war in der Wirtschaft geprägt von Handelskonflikten, instabilem Wachstum, hartnäckiger Inflation und steigender öffentlicher Verschuldung in vielen Regionen der Welt. Keines dieser Probleme ist mit dem Beginn des neuen Jahres verschwunden. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigte sich die Weltwirtschaft zwar widerstandsfähig, bleibt jedoch weiterhin anfällig für Risiken.

Es wird erwartet, dass sich das globale Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent im Jahr 2025 auf 2,9 Prozent im Jahr 2026 verlangsamt. Dennoch ist weiterhin mit einer Vielzahl von Problemen zu rechnen, von Handelsspannungen und hoher Verschuldung bis hin zu Sorgen vor einer möglichen Blase im Bereich der künstlichen Intelligenz. Die Weltwirtschaft steht in diesem Jahr vor zahlreichen Herausforderungen, die das in vielen Ländern dringend erwartete Wachstum bremsen könnten, unter anderem in Deutschland, das seit Monaten mit einer wirtschaftlichen Krise zu kämpfen hat.

US-Zollpolitik

Im April 2025 sorgte die US-Regierung weltweit für Verunsicherung, als sie neue, weitreichende Zölle einführte. Ziel war es, die Handelsströme neu zu ordnen und das hohe Handelsdefizit der Vereinigten Staaten zu reduzieren. Die Märkte reagierten mit Turbulenzen und einer Anpassung der Lieferketten. Inzwischen hat sich Washington mit mehreren Handelspartnern verständigt.

In der Folge stieg der durchschnittliche Zollsatz in den USA von 2,5 Prozent zum Zeitpunkt des Amtsantritts von Donald Trump im Januar des vergangenen Jahres auf 17,9 Prozent. Dies gilt als der höchste Wert seit 1934. Die Frage der Rechtmäßigkeit der Handelspolitik des US-Präsidenten soll innerhalb eines Jahres vom Obersten Gerichtshof der USA geklärt werden. Der Präsident beruft sich auf einen angeblichen Ausnahmezustand, um Zölle per Dekret ohne Zustimmung des Kongresses einzuführen.

Deutschland plant für 2026 höhere öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur, um das Wirtschaftswachstum endlich anzukurbeln.

Viele Beobachter gehen davon aus, dass der Oberste Gerichtshof die Urteile der unteren Instanzen bestätigen und die Zölle für rechtswidrig erklären wird. Dennoch könnte die Regierung einzelne Maßnahmen in anderer Form erneut einführen. Damit bleibt die US-Zollpolitik auch im Jahr 2026 ein zentrales Thema.

USA und China, was bedeutet das für Europa?

Im Jahr 2026 dürfte der wirtschaftliche Konflikt zwischen den USA und China erneut im Mittelpunkt stehen. Zwar trafen sich die Präsidenten beider Länder Ende 2025 und einigten sich auf ein zwölfmonatiges Abkommen, grundlegende wirtschaftliche und strategische Fragen bleiben jedoch ungelöst.

Die Folge ist eine anhaltende geostrategische Rivalität, die den Wettbewerb in zentralen Bereichen weiter antreibt. Experten sehen diese vor allem in Verteidigungstechnologien sowie in fortgeschrittenen Industriezweigen wie künstlicher Intelligenz, Quanteninformatik und Robotik. Analysten erwarten eine weitere Intensivierung von Zöllen, Sanktionen und anderen wirtschaftlichen Instrumenten in diesen Schlüsselbranchen.

Trotz der Spannungen mit den USA rechnen Experten damit, dass die chinesische Wirtschaft im kommenden Jahr um etwa fünf Prozent wachsen wird und damit die aktuellen Regierungsziele erreicht. Viele Fachleute bezweifeln jedoch, dass China seine strukturellen Probleme kurzfristig bewältigen kann. Dazu zählen die Alterung der Gesellschaft, sinkende Grenzproduktivität des Kapitals sowie Überkapazitäten in zahlreichen Industriezweigen. Zudem betonen Experten, dass das chinesische Wachstumsmodell weiterhin das Angebot gegenüber der Nachfrage bevorzugt, was zu chronischen Überkapazitäten und anhaltend schwachem Konsum führt.

Deutschland und das Wirtschaftswachstum

Gleichzeitig bleibt die Inflation in vielen Teilen der Welt, darunter in den USA und im Euroraum, auf einem erhöhten Niveau, unter anderem infolge der Zölle. Neue Handelsbarrieren und Störungen in den Lieferketten könnten den Preisdruck weiter erhöhen. Die Zentralbanken stehen damit vor einem schwierigen Dilemma. Höhere Zinsen könnten zwar die Inflation dämpfen, gleichzeitig aber das Wirtschaftswachstum schwächen und die Schuldentragfähigkeit verschlechtern, insbesondere in hoch verschuldeten Staaten mit angespannter Finanzlage.

Die deutsche Wirtschaft sollte 2026 wieder etwas an Fahrt gewinnen.
Foto: Mylius/Wikipedia

Im Euroraum kämpfen mehrere große Volkswirtschaften mit angespannten Haushalten. Frankreich versucht, unpopuläre Sparmaßnahmen umzusetzen, um Defizit und Schuldenstand zu stabilisieren. Deutschland hingegen plant für 2026 höhere öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur, um das Wirtschaftswachstum endlich anzukurbeln. Die wirtschaftliche Stimmung bleibt jedoch verhalten. Führende Wirtschaftsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für 2026 zuletzt gesenkt. Das Ifo-Institut rechnet lediglich mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent. Die Bundesregierung hält an ihrer ebenfalls moderaten Prognose von 1,3 Prozent fest.

Künstliche Intelligenz, Chance oder Risiko?

Der Boom rund um die Entwicklung der künstlichen Intelligenz dürfte anhalten. Große US-Technologiekonzerne planen Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Dollar in den Ausbau von KI-Rechenzentren und der dazugehörigen Infrastruktur. Damit bleibt der Sektor ein wichtiger Wachstumstreiber.

Gleichzeitig wächst die Nervosität an den Märkten. Viele Investoren zweifeln daran, ob sich die enormen Investitionen langfristig auszahlen. Einige Experten warnen vor einer möglichen Spekulationsblase, deren Platzen eine Marktkrise auslösen könnte. Zwar erwarten manche Ökonomen eine dauerhafte strukturelle Revolution durch KI, sie weisen jedoch zugleich auf erhebliche Risiken hin. Sollte es zu einem abrupten Einbruch der Aktienkurse von Technologieunternehmen kommen, könnten auch die Investitionen in KI stark zurückgehen. Dies hätte spürbare Folgen für das globale Wirtschaftswachstum, auch in Deutschland.

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