Die Ruine der Burg Tost ragt über der Kleinstadt in der Woiwodschaft Schlesien. Sie ist gelegen auf einem nach drei Seiten abfallenden Berg des oberschlesischen Muschelkalkrückens und ein beeindruckendes Relikt vergangener Jahrhunderte.

Die Geschichte der Burg Tost reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als sie erstmals dokumentiert wurde. Es wird vermutet, dass an dieser Stelle bereits im 10./11. Jahrhundert eine hölzerne Burg stand, die den schlesischen Herzögen gehörte. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg unter Herzog Przemysław nach den Hussitenangriffen durch ein gemauertes Schloss ersetzt.
Die Burg diente zeitweise als Residenz der schlesischen Piasten und war Sitz einer Kastellanei. Später ging es als Lehen der böhmischen Könige an die Habsburger über. In der Folge erwarb die Familie von Redern das Schloss und baute es nach einem Brand im Jahr 1570 im Renaissancestil wieder auf. Die Restaurierung setzte Graf Colonna fort, der eine Nichte der Familie von Redern heiratete.
Besonders beeindruckend ist das halbrunde Schlossportal aus dem 17. Jahrhundert, das aufwendig verziert ist.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts wechselte die Residenz mehrmals den Besitzer, bis schließlich von 1791 bis 1797 Burg und Herrschaft Tost im Besitz von Joseph von Eichendorffs Vater Adolph von Eichendorff waren. Danach verkauften die Eichendorffs das Anwesen an Graf Franz Adam Gaschin.
Nach einem weiteren Brand im Jahr 1811 verfiel die Burg langsam, bis sie schließlich im 19. Jahrhundert als Ruine zurückblieb. 1958–1963 wurde die Burg teilweise auf Anweisung des damaligen Woiwoden von Schlesien, Jerzy Ziętek, wieder aufgebaut. Heute beherbergt die Burg das Kulturzentrum „Schloss in Toszek”.

Die Ruine der Burg Tost besteht aus verschiedenen Bauteilen, darunter einem Wohnblock, der Zwingmauer und einem quadratischen Turm aus dem Spätmittelalter. Aus dem 17. Jahrhundert sind Teile der südlichen und westlichen Außenmauern sowie das Torhaus erhalten. Das Mauerwerk der Burg besteht aus verschiedenen Materialien wie Kalkbruchstein, Granitfindlingen, Grauwacke und Ziegelsteinen.
Besonders beeindruckend ist das halbrunde Schlossportal aus dem 17. Jahrhundert, das aufwendig verziert ist und das Wappen des Adelsgeschlechts der Colonna zeigt. Im Inneren der Burg sind noch einige originale Elemente erhalten geblieben, darunter ein Kamin aus dem 18. Jahrhundert.
Die Ruine der Burg Tost ist nicht nur ein bedeutendes historisches Denkmal, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, die die Geschichte und Architektur der Region erkunden möchten.