Dr. Koleks Rezepte gegen die Krankenhauskrise

wochenblatt.pl 1 godzina temu
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Kommunale Krankenhäuser in Polen starten mit wenig Optimismus ins Jahr 2026

In der vergangenen Woche fand im polnischen Parlament eine Sitzung der Parlamentarischen Gruppe für kommunale Krankenhäuser statt. Zu den wichtigsten Themen gehörten die finanzielle und organisatorische Lage dieser Einrichtungen sowie ihre Fähigkeit, zu Beginn des Jahres medizinische Leistungen zu erbringen. Eine Bewertung der aktuellen Situation und mögliche Entwicklungsperspektiven für das Jahr 2026 stellte der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheitsschutz beim Verband der Woiwodschaften der Republik Polen, Dr. Roman Kolek (Deutsche Minderheit), vor. Seiner Einschätzung nach gehen die kommunalen Krankenhäuser angesichts wachsender finanzieller, personeller und organisatorischer Risiken mit wenig Optimismus in das neue Jahr.

Dr. Roman Kolek wies zudem auf die Zersplitterung des Krankenhausnetzes hin und sprach insbesondere die Entbindungsstationen an. Er erinnerte daran, dass deren Wirtschaftlichkeit auf mehr als tausend Geburten pro Jahr beruht. Sinkende Geburtenzahlen, Bevölkerungsrückgang und Personalmangel machten es seiner Ansicht nach jedoch wirtschaftlich wie organisatorisch unrealistisch, in jedem Krankenhaus voll ausgestattete, rund um die Uhr besetzte Abteilungen aufrechtzuerhalten. Wie lässt sich diese Situation verbessern? Dr. Roman Kolek präsentierte hierzu eigene Lösungsansätze. Unter anderem plädierte er für eine Umstrukturierung des Leistungsnetzes, insbesondere in den Bereichen Geburtshilfe und Chirurgie. Zudem betonte er, dass eine realistische Möglichkeit zur Kostensenkung darin bestehe, einen Teil der 24-Stunden-Abteilungen in Tages- und planbare Abteilungen umzuwandeln und den durchgehenden Betrieb der Operationssäle einzuschränken.

Notwendige Umstrukturierung

Gleichzeitig unterstrich er, dass Umstrukturierungen so erfolgen müssten, dass die vollständige Rund-um-die-Uhr-Versorgung dort konzentriert werde, wo sie tatsächlich gerechtfertigt sei. Andernfalls stiegen die Kosten und medizinische Ressourcen würden ineffizient eingesetzt. Der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheitsschutz beim Verband der Woiwodschaften der Republik Polen wies außerdem darauf hin, dass Krankenhäuser – insbesondere Woiwodschaftskrankenhäuser mit Notaufnahmen – unverhältnismäßig hohe Kosten für die Behandlung von Notfallpatienten tragen. Wie er erläuterte, ist die Verweildauer solcher Patienten bis zu dreimal länger als bei planmäßig aufgenommenen Patienten, und die Kosten für die bereits in der Notaufnahme durchgeführten Diagnosen werden anschließend den internistischen Abteilungen belastet. Nach Auffassung von Dr. Roman Kolek sollte dieser Umstand in den Finanzierungsmechanismen berücksichtigt werden. Während der Sitzung wurde auch die Verfügbarkeit diagnostischer Leistungen thematisiert.

„Es ist nicht möglich, alles auf nationaler Ebene zu regeln, indem man lediglich Normen und Mindeststandards festlegt. Eine rationale Vision ist unerlässlich – eine Vision, die auf den demografischen, personellen und finanziellen Realitäten basiert.“

Unverzichtbar – eine rationale Vision

Dr. Roman Kolek warnte davor, dass private Anbieter diagnostischer Dienstleistungen Verträge kündigen, ohne den Krankenhäusern Alternativen anzubieten, was insbesondere Einrichtungen mit Notaufnahmen treffen könne. Zugleich machte er auf erhebliche regionale Unterschiede bei der Finanzierung zusätzlicher Leistungen aufmerksam. Dazu zählen unbegrenzte Leistungen sowie Verzögerungen bei deren Abrechnung. Hinzuzufügen ist, dass die Kommunalverwaltungen diese Kosten aus eigenen Mitteln tragen müssen, ohne die Möglichkeit, Zahlungen für Medikamente oder onkologische Therapien aufzuschieben.

Zusammenfassend ergibt sich aus den Ausführungen von Dr. Roman Kolek, dass das System ohne mutige Umstrukturierungsentscheidungen nicht in der Lage sein wird, das bestehende Leistungsnetz aufrechtzuerhalten. Notwendig sei zudem eine stärkere Bündelung und Koordinierung der Veränderungen auf regionaler Ebene, wobei den Woiwoden und dem NFZ eine zentrale Rolle zukomme, anstatt Abteilungen unkontrolliert zu schließen. Es sei nicht möglich, alles auf nationaler Ebene zu regeln, indem lediglich Normen und Mindeststandards festgelegt würden. Erforderlich sei vielmehr eine rationale Vision – eine Vision, die auf den demografischen, personellen und finanziellen Realitäten basiert.

Kommentar:

Dr. Roman Kolek.
Foto: www.kk.24.pl

Dr. Roman Kolek (Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheitsschutz des Verbandes der Woiwodschaften der Republik Polen ):
„Ich glaube an die Handlungsfähigkeit der Gesundheitsministerin, die sich aus ihrem großen Wissen und ihrer Erfahrung ergibt. Ich bin überzeugt, dass diese Erfahrung zu den gewünschten Ergebnissen führen wird. Sie wird eine bessere Reorganisation sowohl der Krankenhausabteilungen als auch des Personals ermöglichen. Hinzufügen möchte ich, dass wir in diesem System nach Einsparmöglichkeiten suchen müssen, indem wir ein nicht zu großes Personal effizient einsetzen. Dieses Personal sollte die Möglichkeit haben, gut zu verdienen, und zugleich die Gewissheit, nicht unnötig viel Zeit im Krankenhaus verbringen zu müssen. Natürlich gibt es in Polen große, starke Regionen, die nicht unter Personalmangel leiden. Dort steht ausreichend medizinisches Personal zur Verfügung, und zudem entscheiden sich junge Fachkräfte gern für eine Tätigkeit in diesen Regionen. Warum? Unter anderem deshalb, weil die Arbeitsbelastung dort geringer ist als beispielsweise in der Woiwodschaft Oppeln.“

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