Schloss Bitschin – eine barocke Perle, die noch auf neues Leben wartet

wochenblatt.pl 4 godzin temu
Zdjęcie: Wappen des Geschlecht Tenczynski - Topór die Axt. Foto: Facebook/Dorf Bycina


Vergessenes Erbe

Bitschin ist ein Dorf im Kreis Gleiwitz, gelegen zwischen Peiskretscham und Plawniowitz in der Gemeinde Rudzinitz. Die Umgebung gehört zu den schönsten der Region. In der Nähe liegen die Seen Sersno Klein, Sersno Groß und der beliebte Plawniowitzer See, die gern für Wochenendausflüge besucht werden. Im Zentrum des Dorfes, etwas abseits der Hauptstraße, steht ein außergewöhnliches Gebäude, dessen Geschichte über drei Jahrhunderte zurückreicht – das Schloss Bitschin.

Von den Tenczyńskis zu Hohenlohe – Anfänge und wechselvolle Geschichte der Residenz

Die frühesten Erwähnungen des Dorfes stammen aus dem späten 13. Jahrhundert, doch die Geschichte des Schlosses beginnt deutlich später. Im Jahr 1685, obwohl einige Quellen 1670 angeben, erwarb die Familie Tenczyński mit dem Wappen Topór die Güter von Bitschin. Ihre Vertreter entschieden sich für den Bau einer prächtigen Residenz, die schließlich 1700 fertiggestellt wurde.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde dem bestehenden Baukörper die Heilig-Dreifaltigkeits-Kapelle hinzugefügt. Ihre Decke wurde 1730 mit einer spätbarocken Polychromie geschmückt, die unter anderem die Aufnahme der Heiligen Maria in den Himmel zeigt. Trotz zahlreicher Schäden am Schloss hat sich die Polychromie erstaunlich gut erhalten.

Schloss Bitschin.
Foto: Tomasz Tomasz Górny/Wikimedia Commons

Im 18. Jahrhundert wechselten die Besitzer häufig. 1778 erwarb Johann Gustav von Strachwitz aus Kaminietz das Anwesen, neun Jahre später ging es an die Familie von Seherr-Thoss aus Weigelsdorf über. 1838 wurde Fürst Friedrich August Carl zu Hohenlohe-Öhringen, Besitzer von Slawentzitz und Ujest, Eigentümer, und ab 1845 gehörte das Anwesen der Linie zu Hohenlohe-Oehringen-Ingelfingen. Dies war die letzte adlige Familie, der Bitschin gehörte.

Das Schloss erlitt mehrfach Feuerschäden und wurde 1867 umgebaut. Dabei verzichtete man auf den ursprünglichen Turm, dessen Aussehen heute unbekannt ist. Einzig die nahegelegene Kapelle mit dem Heiligen Florian, der ein brennendes Schloss löscht, deutet darauf hin, dass der Turm einst existierte. In den 1930er Jahren verkaufte man die Güter an eine Berliner Gesellschaft, die den Gutshof unter den umliegenden Bauern aufteilte.

Schloss als Wohnhaus und Kirche. Der langsame Niedergang

Nach 1945 beschlossen die neuen Behörden, das Schloss als Wohngebäude zu nutzen. Die Bewohner konnten auch an Gottesdiensten in der Schlosskapelle teilnehmen, die bis 1993 als örtliche Kirche diente. Im Laufe der Jahre wurde die Residenz zunehmend verlassen, fehlende fachgerechte Instandhaltung führte zu weiterem Verfall, und nach dem Ende der Volksrepublik Polen war das Schloss bereits weitgehend ruinös.

Derzeit ist das Schloss teilweise von Gerüsten umgeben. Der östliche Teil des Gebäudes und der Abschnitt über der Kapelle, der die L-Form bildet, hat bereits ein neues Dach. Die restliche Dachfläche wird noch saniert.

In den 1990er Jahren wurde das Schloss privatisiert. Die wechselnden Investoren erklärten ihre Absicht, das Gebäude zu retten, doch keine der Versuche war erfolgreich. 2001 führte ein Eigentümer symbolische Arbeiten an einer Wand durch, weitere Maßnahmen mussten aufgrund fehlender Mittel abgebrochen werden. Später plante die deutsche Gesellschaft Monument Investment Poland ein Schulungs- und Hotelzentrum, doch auch dieses Projekt wurde nicht umgesetzt.

Neuer Eigentümer und vorsichtige Hoffnung

Die Wende kam 2019, als das Schloss vom Denkmalpfleger Aleksander Harkawy aus Schlesien erworben wurde. Laut „Dziennik Zachodni“ zahlte er dafür symbolische 10.000 Zloty. Harkawy erklärte, sein Hauptziel sei der Erhalt des Denkmals, später solle eine Ausstellungsfläche entstehen, ergänzt durch ein Hotel oder ein Restaurant, um den Betrieb des Objekts zu sichern. Er betont, dass kein derartiges Denkmal in Privatbesitz ausschließlich als Museum betrieben werden kann. Die Revitalisierung muss funktional sein, ein kommerzieller Teil ist notwendig, wenn das Schloss überleben soll.

Architektur – Barockanlage mit erhaltener Kapelle

Das Schloss wurde auf den Mauern eines früheren Gebäudes errichtet. Es hat drei Stockwerke und einen L-förmigen Grundriss. Früher zierten Kreuzgänge den Innenhof, die heute nicht mehr existieren. Der Eingang wurde durch ein spätbarockes Portal mit dem Wappen Topór – Symbol der Tenczyńskis – betont, das jedoch in der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts zerfiel. Im Wappen des Ortes Bitschin ist das Symbol Topór bis heute präsent.

Kapelle mit wertvollen Polychromien.
Foto: Agata Krzystanek/Wikimedia Commons

Der größte Schatz bleibt die Heilig-Dreifaltigkeits-Kapelle mit der Polychromie von 1730. Das Innere hat seine ursprünglichen Farben erstaunlich gut bewahrt, trotz jahrzehntelanger Vernachlässigung und fehlender Heizung.

Aktuelle Lage – Sicherungsarbeiten statt umfassender Restaurierung

Derzeit ist das Schloss teilweise von Gerüsten umgeben. Der östliche Teil des Gebäudes und der Abschnitt über der Kapelle, der die L-Form bildet, hat bereits ein neues Dach. Die restliche Dachfläche wird noch saniert, und einige Fenster sind bereits verglast, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu reduzieren. Die Arbeiten dienen dem Erhalt und sind notwendig, um die wertvollsten Elemente, insbesondere die Kapelle, zu schützen.

Schloss Bitschin, neuester Stand.
Foto: Facebook/Dorf Bycina

Obwohl die vollständige Restaurierung noch in weiter Ferne liegt, besteht in Bitschin eine reale Chance, eine der wertvollsten Residenzen der Region zu retten. Der Eigentümer betont, dass der Schutz des Gebäudes ein langwieriger Prozess ist, Geduld erfordert, aber das Schloss nicht aufgegeben wird.

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