Neue Gedenktafel in Orzesche eingeweiht
Ende Januar ist in Schlesien eine Zeit des Erinnerns und Gedenkens. Jahrzehntelang wurden in dem Land, das infolge des Abkommens von Jalta von seinem „großen Bruder“ aus dem Osten abhängig war, die Jahrestage der Befreiung begangen. Bis in die 1990er-Jahre waren dies die einzigen Erinnerungen an den Januar 1945 – und dabei natürlich einseitige, die nur die Verdienste und Aufopferung der Befreier betonten.
Nach dem politischen Wandel, der die Gründung von Strukturen der Deutschen Minderheit ermöglichte, initiierten Mitglieder der DFKs zunächst zaghafte, aber dennoch aufrichtige Gedenkveranstaltungen für die tragischen Ereignisse in Oberschlesien, deren Opfer vorwiegend Zivilisten waren. Viele dieser DFK-Mitglieder waren selbst Opfer oder Angehörige von Opfern.
Das Thema ist bis heute aktuell
Ihre Initiative führte auch zur Errichtung der ersten Gedenkstätten, wie beispielsweise des Lagertors in Eintrachthütte, einem Symbol der Oberschlesischen Tragödie, sowie von Denkmälern auf nahegelegenen Friedhöfen. Heute gibt es viele solcher Stätten und ständig kommen neue hinzu. In den letzten Jahren wurden sie in Tichau, Kattowitz, Königshütte und vor über einem Jahr in Rybnik errichtet. Letztere, insbesondere mit ihrer schlichten Form, aber den eindrucksvollen dreisprachigen Inschriften, ist ein Symbol für Ort und Zeit der Tragödie.
Die realistische Nachstellung stieß bei den Einwohnern und Besuchern aus den umliegenden Ortschaften auf großes Interesse.
Nun hätte es den Anschein haben können, dass das Thema nach dem 80. Jahrestag der Oberschlesischen Tragödie im vergangenen Jahr an Bedeutung verlieren und weniger Beachtung finden würde. Das war jedoch nicht der Fall. Immer mehr Gemeinden bemühen sich, der Opfer des Nachkriegsregimes in ihren Gebieten zu gedenken, und kürzlich wurde auf Initiative des Vereins „Freunde der Stadt Orzesche“ eine weitere Gedenkstätte in der Nähe des örtlichen Bahnhofs errichtet, von dem aus die Abtransporte in die Übergangslager erfolgten.
Großes Interesse
Am letzten Samstag im Januar wurde eine schlichte, dreisprachige Gedenktafel enthüllt, die an die Einwohner von Orzesche erinnert, die der Oberschlesischen Tragödie zum Opfer fielen, sowie an diejenigen Ortsbewohner, die an den Fronten des Zweiten sowie des Ersten Weltkriegs starben. Die Tafeln tragen Inschriften in Polnisch, Deutsch und Schlesisch. Die Veranstaltung fand unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters von Orzesche, Mariusz Oleś, statt.
Eine dreisprachige Gedenktafel für die Einwohner von Orzesche, die der Oberschlesischen Tragödie zum Opfer fielen, und für diejenigen Ortsbewohner, die an den Fronten des Zweiten sowie des Ersten Weltkriegs starben.Foto: E. N.
Die Gedenktafel wurde nach einer Nachstellung der Ereignisse vom Januar 1945 enthüllt. Die realistische Darbietung stieß bei den Einwohnern und Besuchern aus den umliegenden Ortschaften auf großes Interesse. Unter ihnen waren DFK-Vertreter aus Orzesche, Sohrau, Nikolai und Kattowitz. Begleitend zur Zeremonie fand am Freitag im Städtischen Kulturzentrum ein Vortrag von Professor Ryszard Kaczmarek über die Oberschlesische Tragödie statt. Die gute Beteiligung und das Interesse der Teilnehmer beweisen die Bedeutung der Oberschlesischen Tragödie und das rege Interesse daran.
Eugen Nagel






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