Letzter Sonntag nach Epiphanias 01.02.2026
Lesungen: II Mosebuch 3,1–15; Matthäusevangelium 17,1–9
Predigttext: Offenbarung des Johannes 1,9–18
Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete.
Offb. 1,10–12
Apostel Johannes, der vor dem Kreuz Jesu die Verantwortung für die Mutter Gottes übernahm, wurde in seinen späten Jahren auf die Insel Patmos zur Strafe geschickt. Die Verkündigung des Wortes Gottes und die Leitung der antiochenischen christlichen Gemeinde haben ihn vor dem Kaiser schuldig gemacht. Gott ließ ihn in dieser Situation aber nicht im Stich. Er bekam eine Offenbarung von Jesus, den er doch als sein Jünger gut kannte.
Jesus lässt Johannes und die verfolgten Gemeinden nicht allein. Er kennt ihre Stärken und Schwächen und liebt sie trotzdem.
Johannes bekommt den Auftrag, in ein Buch zu schreiben, was ihm Jesus offenbart. Es sind Briefe an sieben christliche Gemeinden in Kleinasien, in der heutigen Türkei. Jede Gemeinde hatte ihren Sitz in einer Großstadt, wo die römischen Behörden wirkten. Durch jede dieser Städte führte ein römischer Weg. Sie waren sehr gut kommuniziert. Sie symbolisieren auch die gesamte Christenheit zwischen 90–100 nach Christus. Diese Briefe von Jesus sind sehr persönlich. Er kennt die Gemeinden und ihre Lage. Sieben ist auch eine Zahl der Vollkommenheit. Jesus lässt also Johannes und die verfolgten Gemeinden nicht allein. Er kennt ihre Stärken und Schwächen und liebt sie trotzdem. Sie sind ihm wichtig und er will sie stärken und ermutigen. Es ist eine besondere Zeit, da es die Bibel in einer, wie heute, zugänglichen Form nicht gibt. Deshalb kommt Jesus mit seiner Botschaft entgegen. Seine weiße Kleidung, Haare und Haut zeigen seine Reinheit. Das Schwert im Mund – die Bedeutung des Wortes Gottes, das freispricht, aber auch bestraft. Der goldene Gurt weist hin auf die hohepriesterliche sowie königliche Funktion (diese Beschreibung folgt nach dem oben zitierten Text).
Die Offenbarung des Johannes ist ein Buch, das sehr schwer zu lesen und zu verstehen ist. Ihre Symbolik ist sehr kompliziert und lässt sich nicht leicht erklären. Viele Pfarrer vermeiden es, über diese Texte zu predigen. Es ist aber doch optimistisch. Der Inhalt zeigt, dass Jesus Christus auch in schwierigen Zeiten mit uns ist. Johannes konnte sich durch die Begegnung auf Patmos geschützt fühlen. Er hat auch Unterstützungsworte sowie Kritik für die sieben Gemeinden bekommen. Gott ist nicht einer, der uns nur streichelt und total mit uns zufrieden ist. Er sagt auch offen, was ihm an uns nicht gefällt.
Unsere Situation ist anders als die von Johannes und den sieben Gemeinden. Wir haben direkten Zugang zum Wort Gottes. Wir bekommen Ermutigung, aber auch Kritik. Gott spricht mit uns. Die Frage ist nur, ob wir ihn sprechen lassen und zuhören wollen. Amen.









