“Zauberei im Herbste”
Am 23. August wurde Lubowitz erneut zum Schauplatz eines Theaterabends. Das Oberschlesische Eichendorff Kultur- und Begegnungszentrum lud bereits zum zwölften Mal zu einer Aufführung ein, die Joseph von Eichendorffs Erbe lebendig hält und mit Elementen der deutschen Folklore verwebt. Zahlreiche Besucher aus den Woiwodschaften Oppeln und Schlesien strömten herbei, um dem Stück „Zauberei im Herbste” beizuwohnen.
Die Vision des Eichendorffzentrums
Paul Ryborz, der langjährige Leiter des Eichendorffzentrums, zeigte sich hocherfreut über den Erfolg und betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen: „Für uns im Eichendorffzentrum ist die Popularisierung von unserem Heimatdichter Joseph von Eichendorff das Wichtigste. Er spielt hier für uns in Lubowitz eine ganz besondere Rolle, weil hier sein Geburtsort ist. Wir möchten auch nicht nur den Dicher so darstellen, sondern auch die deutsche Kultur verbreiten. Deswegen organisieren wir jedes Jahr solche Aufführungen.” Das Ziel ist es, Eichendorffs Werk nicht nur zu bewahren, sondern auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen und die deutsche Kultur in der Region zu fördern.

Foto: Tymoteusz Samorzewski
Eine einzigartige Mischung der Welten auf der Bühne
Das Stück entführte die Zuschauer in eine Geschichte aus dem 11. Jahrhundert, inspiriert von Eichendorffs Novellen. Regisseur und Schauspieler Mikołaj Woźniak gelang es, Charaktere aus Eichendorffs Märchen mit Gestalten der deutschen Sagenwelt zu verschmelzen – so trafen Ritter und Prinzessinnen auf die Hexe Loreley und den Erlkönig. Woźniak, der selbst den Erlkönig verkörperte, erklärte die Botschaft des Stücks: “Die Hauptbotschaft ist, dass man nicht aufgeben sollte, sondern dass wir vorwärts gehen sollten. Und dass das Leben dazu da ist – auch wenn wir fallen – es weiter zu versuchen, und das wollen wir heute auf der Bühne zeigen. Wir knüpfen an eines der Märchen Eichendorffs mit Protagonisten wie Rittern und Prinzessinnen an. Zugleich bringen wir Elemente der typischen deutschen Folklore wie den Erlkönig und die Hexe Loreley ein, um ein ganz besonderes literarisches Motiv zu schaffen. Die Welt der Menschen und die Welt der Legenden treffen so auf der Bühne aufeinander.”

Foto: Tymoteusz Samorzewski
Liebe, Kampf und Magie – Die Handlung
„Zwei Ritter kämpfen miteinander. Natürlich spielt die Liebe auch eine riesige Rolle im Stück“ gibt Paul Ryborz weitere Einblicke in die Handlung, und fügt hinzu: “Diese fesselnde Mischung aus Romantik, abenteuerlichen Ritterkämpfen und mystischen Elementen sorgte für ein spannendes und unvergessliches Theatererlebnis, das durch Tanz, Gesang und Rezitationen von Gedichten Eichendorffs auch auf deutscher Sprache ergänzt wurde.“

Foto: Tymoteusz Samorzewski
Wer das Spektakel verpasst hat, kann sich die Aufzeichnung der Aufführung in den Sozialen Medien des Eichendorffzentrums ansehen.
Ein Artikel von Tymoteusz Samorzewski