Zehn Jahre Miro!

wochenblatt.pl 6 godzin temu

Trainer, Koordinatoren, Sprachassistenten, Ideengeber, Unterstützer, Partner, Sponsoren und alle, die sich innerhalb der letzten zehn Jahre für die Miro Deutsche Fußballschule engagiert haben, wurden am Freitag zu einer feierlichen Gala nach Chronstau eingeladen. Gemeinsam wurde an die Anfänge der Fußballschule und die Höhepunkte erinnert. Einen Tag darauf folgte in der Chronstauer Sporthalle ein Geburtstagsturnier. Ein weiteres Geburtstagsturnier ist für den Juni geplant, da wird auf dem Sportkomplex in Chronstau zwei Tage lang Fußball gespielt.

Seit über vier Jahren ist Mateusz Bachem Koordinator des Projektes: „Die Arbeit mit Sport und mit Menschen macht mir großen Spaß, ich bin allen Engagierten für ihre Arbeit sehr dankbar, denn ohne sie wäre das Projekt nicht zu dem geworden, was es jetzt ist“, so der Hauptkoordinator.

Auf der Welle der großen Euphorie

2006 wurde in Chronstau die Fanmeile gegründet. Jede zwei Jahre treffen sich Fußballfans zu den Fußballeuropa- oder Weltmeisterschaften und feuern die deutsche Mannschaft an.

Foto: Manuela Leibig

„2010 kam Heinrich Nyolt dazu, es hat ihm sehr gefallen, er hat die Fanmeile entwickelt, es kamen immer mehr Menschen dazu. Der Höhepunkt war 2014, als die deutsche Nationalmannschaft Weltmeister geworden ist und mit ihr Miroslav Klose. Auf der Welle der großen Euphorie wurde gesagt, dass wir nun etwas für die Kinder tun müssen. Heinrich Nyolt als Ideengeber der Fußballschule hat sich sehr engagiert, er hat ständig wiederholt, dass es zu machen ist, er hat die Option, dass es nicht geht, nicht akzeptiert“, erinnert sich an die Anfänge der Fußballschule Krzysztof Warzecha, Vorsitzender der SKGD im Kreis Oppeln.

Nun auch Sport

„Das war schon eine außergewöhnliche Geschichte, weil wir haben bis dahin keine solchen Projekte in unserem Portfolio gehabt, kann man so sagen, als SKGD in Oppeln oder überhaupt als deutsche Minderheit in Polen. Erstens war es die Suche nach etwas Neuem und zweitens war nach der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien so viel Enthusiasmus in uns drin, dass man das nicht verlieren wollte. Zum anderen wurde zeitgleich die neue Sporthalle in Chronstau eröffnet, wir wollten sie nutzen. Wir haben uns mit ein paar Sportfans, die was für die Kinder tun wollten hier in Chronstau zusammengesetzt, und entwickelten die Idee”, sagt Rafał Bartek, Vorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien.

In den Dörfern

Es sollte nicht bei der einen Fußballschule in Chronstau bleiben und das hat auch geklappt. „Insgesamt waren es wohl 16 Standorte, an einigen Orten haben wir es gegen die Konkurrenz nicht geschafft und mussten die Schulen schließen, dafür sind neue entstanden. Es war uns aber wichtig, das Projekt nicht wachsen zu lassen nur, um zu wachsen. Wir wollten trotz allen Herausforderungen die Idee und das Niveau beibehalten. Was gerade, wenn man die Sprache mit Fußball verbindet, nicht selbstverständlich ist. Es ist auch eine Herausforderung, beispielsweise Trainer zu finden, die Begeisterung nicht nur für den Fußball zeigen, sondern auch für die deutsche Sprache hegen“, erklärt Rafał Bartek.

Über 430 Kinder trainieren derzeit in zwölf Miro Deutschen Fußballschulen Fußball und lernen dabei Deutsch.

Ein Trainer ist von Anfang an dabei: Kryspin Cieplik, der im Moment Trainer und Koordinator der Fußballschule in Bodland ist: „Wir hatten zeitweise zwei Gruppen, aber die Konkurrenz der anderen Fußballschulen in der Gegend ist sehr groß und nun haben wir wieder eine Gruppe“, sagt der Trainer.

Fußball mit Deutsch

Als Partner für Deutsch konnte das Goethe-Institut in Krakau gewonnen werden: „Wir hatten Glück, dass der damalige Leiter der Sprachabteilung des Goethe-Institutes, Roland Schmidt, ein Fußballfan ist. Er war von Anfang an von der Idee begeistert. Herr Schmidt hat die sprachliche Seite unterstützt, dieser Aspekt der Fußballschule hat sich ständig entwickelt und verändert. Herr Schmidt ist bereits in Rente und ich freue mich, dass das Goethe-Institut uns als treuer Partner unterstützt“, so Rafał Bartek.

Trainingseinheiten und Turniere an der frischen Luft machen den Kickrn der Miro Deutschen Fußballschule am meisten Spaß.
Foto: Manuela Leibig

Speziell für die trainierenden Kinder wurden beispielsweise Arbeitsblätter oder ein Wörterbuch rund um den Fußball entwickelt, und vieles vieles mehr.

Beteiligung der Eltern

In der Miro Deutschen Fußballschule werden die Eltern stark eingebunden, indem sie Beiträge zahlen: “Das ist bis heute einzigartig und bei unseren Projekten immer noch nicht überall gang und gäbe. Hier ist es sogar so, dass aus diesen Beiträgen die Trainer bezahlt werden. Staatlich gefördert wird nur ein Teil des Projektes.

Foto: Manuela Leibig

Und ein großer Teil kommt eben von diesen Beitragseinzahlungen der Eltern. Das war uns von vornherein unheimlich wichtig, weil wir wussten, dadurch erreichen wir auch das Gefühl, beteiligt zu sein. Denn wenn man etwas geschenkt bekommt, dann fühlt man sich nicht unbedingt beteiligt, dann wird man eben beschenkt. Auch bei Turnieren ist die große Hilfe der Eltern von großer Bedeutung”, erklärt das Konzept Rafał Bartek.

Engagement

Bei dem Projekt sind über 20 Trainer tätig, jede Fußballschule hat einen eigenen Koordinator. Trainer und Koordinatoren wächseln im Laufe der Jahre: “Man kann nicht die Fußballschulen von der Zentrale heraus betreuen, der Trainer ist für die Trainings verantwortlich, der Koordinator ist vor Ort und organisiert was gerade anfällt. Für die Zukunft des Projektes ist es enorm wichtig, dass wir immer wieder Trainer und Koordinatoren finden, die sich für die Fußballschulen in den Standorten engagieren möchten. Das ist mein großer Wunsch”, sagt Rafał Bartek.

Über die Grenzen hinaus

Über 430 Kinder trainieren in zwölf Fußballschulen Fußball und lernen dabei Deutsch. Darunter sind elf Fußballschulen in der Woiwodschaft Oppeln, und eine in der Woiwodschaft Schlesien, in Wieschowa. Der Vorstand des DFK Wieschowa kam mit der Bitte, eine Miro Fußballschule bei sich zu gründen auf die SKGD Oppeln zu: “Sie waren so von der Idee begeistert, dass wir als SKGD der Woiwodschaft Oppeln eine Ausnahme gemacht haben und die eine Fußballschule in Wieschowa in unsere Strukturen aufgenommen haben”, sagt Rafał Bartek.

Foto: Manuela Leibig

Für die Idee hat der Vorsitzende des DFK Wieschowa, Andrzej von Dramsky, die Eltern begeistern können und in der SKGD Oppeln durchgeboxt: “Auch wenn meine Gesundheit im Moment nicht mitspielt und ich die Koordination an Mirosława Konka-Gizicka abgeben musste, engagiere ich mich für unsere Fußballschule. Bei uns trainieren im Moment 30 Kinder. Wir nehmen gerne an Turnieren teil, die lange Anfahrt macht uns nichts aus, das kriegen wir immer geregelt“, sagt Andrzej von Dramsky.

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