Dowody historii w przestrzeni publicznej

wochenblatt.pl 1 godzina temu
Zdjęcie: 597585278_1361144672464067_1567570816544070553_n


Ausstellungseröffnung zu Deutschen Inschriften in Schlesien im Schlesischen Museum zu Görlitz

Über Jahrzehnte waren sie übermalt, verboten oder vergessen: Deutsche Inschriften an Häusern in Schlesien. Eine neue Ausstellung im Schlesischen Museum zu Görlitz macht diese schriftlichen Zeugnisse der Geschichte sichtbar – und zeigt, warum sie bis heute bedroht sind.

„Gott mit uns“ ist auf einem Dach in Oppeln zu lesen. Während des kommunistischen Regimes in Polen war diese Inschrift jahrelang mit Farbe überdeckt. In der Volksrepublik Polen waren deutsche Schriftzüge im öffentlichen Raum verboten. Wie bei diesem Dach kamen auch andernorts zwischen Breslau und Gleiwitz im Laufe der Jahre Inschriften wieder zum Vorschein – dort, wo Putz abbröckelte oder Farbe verblasste.

Diesen schriftlichen Spuren der Vergangenheit widmet sich eine Ausstellung, die am 30. Januar im Schlesischen Museum zu Görlitz eröffnet wird. Unter dem Titel „Zeichen der Zeit. Deutsche Inschriften in Schlesien“ werden Fotografien des Fotografen Thomas Voßbeck gezeigt, die zwischen 2018 und 2025 entstanden sind. Kuratiert wurde die Ausstellung vom Regionalforscher Dawid Smolorz.

Mehr als Schrift an der Wand

Schon das Leitmotiv der Ausstellung macht deutlich, dass es nicht allein um Fassadenbeschriftungen geht. Agnieszka Bormann, Kulturreferentin für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz, betont die bewusst große Bandbreite der gezeigten Objekte: „Wir zeigen die Vielfalt – Inschriften, die mit Dachziegeln gestaltet sind, aus Metall bestehen, in Stein gemeißelt wurden oder ganz klassisch mit Farbe auf den Putz aufgetragen sind.“

40 Motive aus Nieder- und Oberschlesien

Insgesamt sind 40 Motive aus Nieder- und Oberschlesien zu sehen. Kooperationspartner der Ausstellung ist das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit (HDPZ) in Gleiwitz. Grundlage bildet die Sammlung von Inschriften, die Dawid Smolorz und Thomas Voßbeck in den vergangenen Jahren für das HDPZ zusammengetragen haben.

„Wir zeigen die Vielfalt – Inschriften, die mit Dachziegeln gestaltet sind, aus Metall bestehen, in Stein gemeißelt wurden oder ganz klassisch mit Farbe auf den Putz aufgetragen sind.“
Agnieszka Bormann, Kulturreferentin für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz

Alle Fotografien des Projekts „Vergessene Inschriften“ sind online über eine interaktive Karte abrufbar. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung auch Motive aus der Grenzregion um Görlitz, die bislang nicht Teil des Projekts sind. Agnieszka Bormann erklärt: „Speziell für die Ausstellung wurden Fotos aus der unmittelbaren Umgebung von Görlitz aufgenommen – aus der polnischen Oberlausitz, also dem westlichen Teil der Woiwodschaft Niederschlesien. Diese Aufnahmen sind zunächst nur in der Ausstellung und im Katalog zu sehen.“

Zwischen Zufallsfund und Restaurierung

Zu sehen sind sowohl Inschriften, die zufällig unter abbröckelndem Putz wiederentdeckt wurden, als auch solche, die in den vergangenen Jahren gezielt restauriert wurden. Die Ausstellung – ebenso wie das Projekt des HDPZ – leistet damit einen Beitrag dazu, das Bewusstsein für die Geschichte Schlesiens zu vertiefen.

Denn obwohl deutsche Inschriften heute nicht mehr verboten sind, sind viele weiterhin gefährdet. Auf der Internetseite des HDPZ-Projekts heißt es dazu: „Nicht weniger gefährlich als das wachsame Auge der sozialistischen Behörden damals sind heute das mangelnde Verständnis für dieses Kulturerbe sowie eigentlich wünschenswerte Modernisierungsmaßnahmen […].“

Begleitprogramm

Die Ausstellung ist in Görlitz bis zum 13. September zu sehen, anschließend wird sie vom HDPZ in Gleiwitz präsentiert. Begleitet wird sie von einem vielfältigen Rahmenprogramm mit Führungen und Vorträgen.

Schriftzug „Zur Schmiede“ im Breslauer Stadtteil Nadodrze.
Foto: M.O.

Besonders hervorzuheben ist eine Exkursion nach Breslau, bei der ausgewählte Inschriften vor Ort entdeckt werden können. Sie findet vom 27. bis 28. Juni statt, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wer nicht von Deutschland nach Breslau reisen möchte oder kann, hat bereits am 1. März in Görlitz Gelegenheit, die Inschriften des Breslauer Stadtteils Nadodrze kennenzulernen. Der Blogger Mirko Seebeck (wroclawguide.com) stellt sie dort in einem Bildvortrag vor.

Eröffnung mit Podiumsdiskussion

Eröffnet wird die Ausstellung am 30. Januar um 18 Uhr mit einer Podiumsdiskussion. Es diskutieren der Kurator der Ausstellung, Dawid Smolorz, der Fotograf Thomas Voßbeck, Lucjan Dzumla, Direktor des Museums, sowie Daniel Gibski, Denkmalschutzbeauftragter der Woiwodschaft Niederschlesien. Die Perspektive, die der Denkmalschutzbeauftragte einbringen kann, bietet die Möglichkeit an das größere Thema anzuschließen, das „des Umgangs mit dem deutschen Kulturerbe, wie das an unterschiedlichen Orten gehandhabt wird“, wie Agnieszka Bormann erläutert.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Was: „Zeichen der Zeit. Deutsche Inschriften in Schlesien“
Wann: 31. Januar bis 13. September 2026
Wo: Schlesisches Museum zu Görlitz
Eröffnung: 30. Januar 2026, 18 Uhr (Einzelheiten auf Facebook)
Weitere Informationen: Internetseite des Schlesischen Museums (inkl. Begleitprogramm)

Idź do oryginalnego materiału